„Gegen Gewalt in Teenagerbeziehungen“ – 10 Jahre Unterstützung des Zonta Club Verden bei der erfolgreichen Präventionsarbeit des Frauenhauses an Schulen im Landkreis Verden

• Auf dem Foto von links: Carola Schäfer (Präsidentin des Zonta Club Verden), Regina Ernst (Vorstand Frauenhaus), Prof. Dr. Iris Stahlke (Universität Bremen), Ulla Schobert (geschäftsf. Leiterin des Frauenhauses und der BISS Verden), Angelika Bernstein-Janßen (Präsidentin des Zonta Club Verden 2009) Foto:Haubrock-Kriedel

Gewalt in Teenagerbeziehungen hat sich nach aktuellem Stand der Forschung zu einem gesellschaftlich relevanten Problem aber gleichzeitig für Institutionen unsichtbaren sozialpsychologischen Phänomen entwickelt.

Bereits vor 10 Jahren wurde das Präventionsprojekt „Gegen Gewalt in Teenagerbeziehungen“ im Frauenhaus Verden entwickelt und seitdem an Schulen im Landkreis Verden durchgeführt.  Finanziell unterstützt wurde das Projekt von Anfang an vom Zonta Club Verden.

Anlässlich dieses „Jubiläums“ und aktueller wissenschaftlicher Veröffentlichungen fand in den Räumen der BISS (Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt) ein ausführliches Pressegespräch statt.

 

Frau Prof. Dr. Iris Stahlke, die das Präventionsprojekt 2009 im Frauenhaus entwickelt hat, veröffentlichte Ende letzten Jahres aktuelle Forschungen, Erlebnisperspektiven von Jugendlichen und relevante Präventionsprojekte, die sich auf die jahrelange Arbeit des Frauenhauses beziehen, in einem Buch.

In der vorliegenden empirischen Studie wird aufgezeigt, wie Teenager in ihren ersten Liebesbeziehungen den Beziehungsraum gestalten und wie es innerhalb dieser sozialen Interaktion zu Gewaltwiderfahrnissen kommt. Dazu wurden mit 78 Jugendlichen im Alter von 14 bis 23 Jahren elf Gruppendiskussionen und elf Einzelinterviews zu ihren Erfahrungen mit Gewalt in ihren ersten Liebesbeziehungen durchgeführt. Drei Expertinnen und zwei Experten aus den Institutionen Polizei, Schule, Jugendamt und aus zwei verschiedenen Beratungseinrichtungen wurden zu ihren Beratungserfahrungen bezogen auf die Problematik befragt. Die Ergebnisse aus den Gruppendiskussionen und Einzelinterviews zeigen die verschiedenen Formen der Gewalt, die die Jugendlichen in ihren Beziehungen erlebt haben und machen dabei die Perspektive der Mädchen und die der Jungen auf die Beziehungsdynamik in sich verändernden Geschlechterrollen deutlich. In den Institutionen Polizei und Jugendamt ist nach Zusammenfassung der Ergebnisse die Thematik Gewalt in Teenagerbeziehungen nicht Gegenstand der Präventions-/Beratungstätigkeit, wohingegen die Schulsozialarbeit als Arbeitsfeld besonders mit dem Thema befasst ist.

Das spricht in jedem Fall für eine Fortsetzung einer nachhaltigen Präventionsarbeit an den Schulen.

Durchgeführt wird das Präventionsprojekt in Verden von Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Verden und Studierenden des Bachelorstudiengangs Psychologie der Universität Bremen unter organisatorischer Federführung von Frau Ulla Schobert (Geschäftsleitung) vom Frauenhaus Verden und unter pädagogischer Leitung von Prof. Dr. Iris Stahlke (Universität Bremen). „Die Unterrichtseinheiten im Rahmen des Präventionsprojektes eröffnen den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern einen geschützten Raum, in dem sie ihre Erfahrungen aus den ersten Liebesbeziehungen mit Fachkräften aus dem psychosozialen Bereich reflektieren können“, sagt Ulla Schobert, die das Präventionsprojekt gemeinsam mit Iris Stahlke entwickelt hat. Dabei stellt sich in den Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern die zentrale Frage, was bereits als Gewalt erlebt wurde und wie dieser Gewalt durch stringentes Handeln begegnet werden kann. Besonders wichtig ist es dabei, den Weg in entsprechende Unterstützungsangebote aufzuzeigen.

 

Vor zehn Jahren mit der damaligen Präsidentin Angelika Bernstein-Janßen ins Leben gerufen, berichtet auch Carola Schäfer, derzeitige Präsidentin des ZONTA-Clubs Verden, von der Notwendigkeit, dieses Thema weiter in die Öffentlichkeit zu bringen.

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